Definition von Schmerz

Hauptaspekte

  • Schmerz beschreibt körperliches Leiden oder Unbehagen, das mit tatsächlichen oder potenziellen Gewebeschäden verbunden ist.1
  • Die ICD-11 – das ist die 11. Überarbeitung der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten – erkennt chronische Schmerzen als eigenständige Erkrankung an.2,3
  • Das biopsychosoziale Schmerzmodell veranschaulicht die verschiedenen sensorischen, kognitiven/affektiven und zwischenmenschlichen Faktoren, die chronische Schmerzen beeinflussen.4

Die Internationale Vereinigung für Schmerzforschung (International Association for the Study of Pain, IASP) definiert Schmerz als „unangenehme sensorische und emotionale Erfahrung, die mit tatsächlichen oder potenziellen Gewebeschäden verbunden ist oder in Bezug auf solche Schäden beschrieben wird“.1 Akute Schmerzen stehen häufig im Zusammenhang mit akuten Verletzungen und Traumata und klingen innerhalb von drei bis sechs Monaten ab. Sie dienen als Warnsystem des Körpers.5 Im Vergleich dazu kann man Schmerzen, die diesen Zeitraum überschreiten, als chronisch ansehen. Sie können ohne erkennbaren Reiz ausgelöst werden oder sich entwickeln, wenn die mit einer Verletzung oder einem Trauma verbundenen Schmerzen nach der körperlichen Heilung bestehen bleiben.5 In diesen Fällen, in denen chronischer Schmerz eine Krankheit für sich darstellt, wird er als chronischer Primärschmerz klassifiziert. Es können auch chronische Sekundärschmerzen durch eine Grunderkrankung (z. B. Arthritis) bei Patienten auftreten.3, 6 Im Gegensatz zu akuten Schmerzen erfüllen chronische Schmerzen normalerweise keinen adaptiven Zweck.6

Chronische Schmerzen werden durch eine Reihe von Prozessen beeinflusst, die sich umgekehrt wieder stark auf die Schmerzen auswirken.4 Das biopsychosoziale Schmerzmodell (Abbildung 1) bietet ein Gerüst, um die Vielschichtigkeit chronischer Schmerzen zu verstehen. Es spielen biologische, psychologische und soziale Faktoren eine Rolle. Sie führen zu einer verminderten gesundheitsbezogenen Lebensqualität.4

Abbildung 1: Biopsychosoziales Modell chronischer Schmerzen: die Folgen für die Lebensqualität

[Adapted from Dueñas et al. 2016.4]